Am 21. Mai 2010 veröffentlichte Nintendo nach „Daigasso! Band Brothers" ein neues Musikspiel für den Nintendo DS. „Jam with the Band" heißt der Nachfolger und verspricht ein „außergewöhnlich kreatives Spiel" zu sein. Mit Minispielen im Stil von „Guitar Hero", einer Karaoke-Funktion und einem Song-Editor soll der Hit aus Japan nun auch den europäischen Markt erobern.
Story
„GB Music war früher ein Laden für Musikinstrumente. Doch seit der Geschäftsbereich erweitert wurde, ist es der angesagteste Laden in ganz Fiesfurt!" Zugegeben, ohne diese umfangreiche Einleitung im Intro hätte „Jam with the Band" gar keine Story. Doch lassen wir uns davon nicht beirren, denn schließlich geht es hier um die Musik. Kaum im Laden angekommen, begrüßt einen die Geschäftsführerin, Barbara the Bat, und stellt einem einen Mitgliedsausweis aus, mit dem man gebührenlos alle Räumlichkeiten nutzen darf. Im Gegenzug ist man ab sofort der neue Zwangsarbeiter für die abendliche Show.
Gameplay
Das kurze Tutorial am Empfang umfasst die grundlegenden Steuerungen und weist einen angemessen in das Spiel ein. Nachdem man es absolviert hat, kann man im Spiel auf kein Tutorial mehr zugreifen, was aber auch nicht nötig ist, aufgrund der intuitiven Steuerung und der übersichtlichen Gestaltung.
„Jam with the Band" verfügt über eine Vielzahl verschiedener Funktionen. Wie in „Guitar Hero" kann man Songs nachspielen in dem man die entsprechenden Knöpfe drückt, die auf der Musikspur eingeblendet werden. Hierfür gibt es bereits zu Beginn eine 50 Lieder umfassende Sammlung, die durch 50 freie Downloads per Wifi erweitert werden kann. Per Wifi kann man ebenfalls eine „Jamsession" veranstalten und mit mehreren Spielern einen Song spielen.
Etwa 20 der anfänglichen 50 Lieder können auch in der Karaoke-Bar zum Einsatz kommen. Der Wiederhall der eigenen Stimme in den Lautsprechern erzeugt hier echtes Mikrofon-Feeling und wer genau wissen will, wo seine sängerischen Qualitäten liegen, ist hier sogar besser aufgehoben als bei Singstar. Denn neben der Auskunft über die eigenen Qualitäten beim Töne treffen, werden auch noch Aussagen über das Vorhandensein des Vibratos, Tremolos und Timbres getroffen. Was das im Einzelnen zu bedeuten hat bleibt ungeklärt, aber wer sich immer noch unsicher ist, kann eine individuelle Stimmanalyse durchführen und erfahren, zu welchem Genre von Musik seine Stimme passt.
Doch nicht nur zum Spielen mit Musik, nein auch zum Musik schaffen ist „Jam with the Band" zweckdienlich. Um den Lieblingssong oder auch eine Eigenkomposition ins Spiel zu bringen kann man diese beispielsweise auf dem virtuellen Piano einspielen und mehrspurig unterlegen. Als echter Klavierspieler vermisst man hier den Multitouch und eine größere Spannweite als eineinhalb Oktaven, doch insgesamt ist dieses Tool gelungen. Anhand der großen Auswahl an Instrumenten lässt sich eine ordentliche Midisequenz erstellen, die dem Spiel gerecht wird.
Versagen tut jedoch die Aufnahme durch das Summen der Melodie ins Mikrofon, was nicht unbedingt am schlechten Gesang des Spielers liegt. Denn selbst wenn man die Melodie auf einem echten Klavier spielt, ist die Tonerkennung mangelhaft und beim Abspielen der Aufnahme ist das Stück meist nicht wiederzuerkennen. 
Wem die virtuelle Klaviertastatur also missfällt, der ist gezwungen, den „Expertenmodus" zu nutzen.
Wie der Name schon sagt, keine leichte Aufgabe, denn hier arbeitet man entweder mit Akkorden oder mit Noten, die man eigenhändig auf dem Notenblatt platziert. Schwer ist hierbei vor allem die Anpassung des Rhythmus und die nachträgliche Verbesserung. Versucht man beispielsweise eine Achtelnote gegen eine Viertelnote auszutauschen, so verschwindet die folgende Note, anstatt, dass sich der gesamte Komplex nach hinten verschiebt. Wenn man nun eine kleine Symphonie mühsam eingibt, sich am Ende das Produkt anhört und erschrocken feststellt, dass ganz zu Beginn ein Rhythmusfehler vorliegt, darf man den gesamten Komplex getrost Note für Note eigenhändig nach hinten verschieben.
Die letzte Funktion stellt das Barbararadio dar, indem Barbara the Bat zufällig ausgewählte Lieder aus der Songliste oder bei einer bestehenden Wi-Fi-Verbindung die Downloadcharts anmoderiert.
Sound
Der Reichtum an verschiedenen Instrumenten im Kompositionsstudio ist als positiv zu bewerten. Auch der Klang der Instrumente ist, bis auf ein paar Ausnahmen, gelungen.
Die Songlist überzeugt mit altbekannten Stücken aus den Bereichen Klassik, Oldies, moderner Musik und einigen Nintendo-Medleys. Die neuen Interpretationen der Stücke werten das Spiel auf.
Wirklich negativ fällt nur die einfältige Hintergrundmusik auf, die auf Dauer nervtötend wirkt. Der rockige Gitarrensound wirkt aufgesetzt und es mangelt eindeutig an Wechseln im Soundtrack.
Grafik
Optisch ist „Jam with the Band" keine Augenweide. Zweckmäßig und minimalistisch, fast schon langweilig wirkt die farblose Fassade. Die 3D-Funktion des DS bleibt vollkommen ungenutzt. Zwischensequenzen sucht man vergeblich, das höchste der Gefühle ist die aufgetakelte Comicfigur, die den Laden betreibt.
Die simple Grafik hat zwar den Effekt, dass das Spiel sehr übersichtlich bleibt, trägt aber nicht zum Spielvergnügen bei und verpasst es, das Spiel zu charakterisieren.








Yigg 
Vielzahl verschiedener Instrumente
langweilige Grafik








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